Aktuelles


 27. April 2021

 

Rettung eines Uhus auf dem Müllumschlagplatz  "Im Heiligenholze"

 

Unser  Vereinsmitglied Ulrich Ahrens rettete einen Uhu, der auf dem 5 m hohen Müllgebäude hinter die Verblendung geraten und nach unten gerutscht war.

Unter dem Stahlträger war wohl etwas Licht zu sehen. Der Uhu wollte diese Lücke nutzen, um wieder in die Freiheit zu gelangen, und blieb stecken. Ein Radlader hat mit seiner Gabel die Verblendung abgerissen, und so konnte der Vogel geborgen werden.

Der Uhu war in guter Kondition und wies keinerlei Verletzungen auf, war allerdings völlig irritiert. Die Eule wurde in ein nahegelegenes Waldstück gebracht, wo sie sich vom Stress erholen konnte.

 

Text: U. Ahrens

Fotos: Herr Göttling, KWB Goslar


 

24. April 2021

 

 

 

Von unserem Mitglied Gerwin Bärecke (Text, PDF und Fotos)

 

 

 

Neu- und Wiederfunde seltener Insekten und Spinnen

 

 

 

Die seit mehr als einem Jahr andauernde Pandemie hat dafür gesorgt, dass ich mich zeitlich noch intensiver als sonst mit den Gliederfüßern in Oker und Umgebung befasst habe. Da ist es fast zwangsläufig, dass Krabbler und Flatterer vor die Kamera kommen, die man bei weniger intensiver Suche vielleicht gar nicht entdeckt hätte. Und es gab auch Wiederfunde von Tierchen, die zum Teil vor vielen Jahren letztmalig gesehen wurden.

 

Den gesamten Text finden Sie unter Downloads.

 


 

3. April 2021

 

„Findet die Schlüsselblume“

 

Hinter diesem Namen verbirgt sich ein europaweites Citizen Science Projekt zur Einschätzung der Qualität von Graslandschaften, auf das wir gerne hinweisen möchten. Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) wird dabei als Indikatorpflanze benutzt.

 

Sinn und Zweck der Untersuchung und die Vorgehensweise werden unter www.cowslip.science erläutert, auch die Mitteilung der Zählergebnisse erfolgt über diese Website.

 

Das Schlüsselblumen-Projekt hat seinen Ursprung in Estland und wurde dort in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich durchgeführt mit spannenden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Jetzt sollen weitere europäische Länder, in denen die Echte Schlüsselblume vorkommt, einbezogen werden.

 

Die Aufgabe ist simpel: Man geht in die Natur, findet die Echte Schlüsselblume, schaut in 100 Blüten und zählt, wie oft die beiden Blütenmorphtypen (S-Typ mit kurzem Griffel und L-Typ mit langem Griffel, siehe Abbildungen) vorhanden sind.

 

Abb. 1: Primula veris, kurzgriffliger Typ (S-Typ)                         Abb. 2: Primula veris, langgriffliger Typ (L-Typ)

 

Denn zur Vermeidung von Selbstbefruchtung hat die Schlüsselblume zwei Blütentypen entwickelt, die gegenseitig ihren Pollen austauschen müssen. In einem optimalen Biotop mit genügend großen Schlüsselblumenpopulationen ist das Verhältnis 50:50, nur dann kann sich die Art auch optimal fortpflanzen.

 

Das bevorzugte Habitat der Echten Schlüsselblume sind traditionell bewirtschaftete Wiesen, die leider immer seltener werden. Ein Rückgang der Schlüsselblumenpopulationsgröße kann nun das Gleichgewicht der Pflanzen mit L-Typ und S-Typ-Blüten so weit verschieben, dass ein Blütentyp vollständig aus einer Population verschwindet und sie sich nicht weiter vermehrt. Eine Verschiebung des Gleichgewichts ist also ein früher Indikator für einen drohenden Rückgang dieser Art.

 

Da es in unserer Region die Echte Schlüsselblume noch gibt, könnte es Spaß machen, eine halbe Stunde zu investieren und bei diesem wissenschaftlichen Projekt mitzumachen. Viel Erfolg!

 

Text und Fotos: Dr. Florenz Sasse und Dr. Agnes-M. Daub

 


07. März 2021

 

 

Eine gewöhnliche Pflanze näher betrachtet
 
Für viele Menschen gilt der Huflattich (Tussilago farfara) als lästiges "Unkraut", das kaum zu bändigen ist. Andere Menschen hingegen schätzen seine sonnengelben Blüten als willkommene Frühlingsboten. Für die frühen Blütenbesucher aus dem Reich der Insekten stellt er eine wichtige Nahrungsquelle dar, wenn fast alle anderen Blüten noch im Winterschlaf sind. Daneben ist er ein Pionier, der sich als erster freigewordenen Standorten annimmt (s. Foto). Es gibt allerdings noch eine ganze Menge mehr über diese "Allerweltspflanze" Pflanze zu berichten.
Bericht und Fotos: Gerwin Bärecke
Den gesamten Text finden Sie als PDF Dokument unter Downloads

 

6. Februar 2021

 

 

 

Der Kirschbaum-Gallertpilz

 

Craterocolla cerasi (Tul.) Bref. 

- ein seltener Winterpilz

 

 

 

Dieser korallenrosa bis orangerosa gefärbte Basidiomycet findet sich gern in milden und nässereichen Wintermonaten an Zweigen und Stämmen besonders der Vogelkirsche (Prunus avium) und anderem Kirschholz.

 

Seine ungestielten, weichen und gallertartigen Fruchtkörper sind anfangs kristallin farblos, später rosa bis beige, hell fleischfarben, orangebraun, becherförmig rundlich, später mit faltigen hirnartigen Windungen versehen.

 

Als Folgezersetzer ist es ein typischer Winterpilz, der jedoch nicht häufig zu finden ist. Für die Rote Liste Deutschland besitzt er deshalb den Gefährdungsstatus RL 3, für Niedersachsen ist er mit RL 2 verzeichnet.

 

Man findet ihn vereinzelt in verwilderten Obstbaumplantagen an Kirschbäumen und in Mischwaldrändern mit hohem Totholzanteil von Prunus avium.

 

Fundhäufungsschwerpunkte für das nördliche Harzvorland liegen im Großen Fallstein nördlich von Osterwieck in Sachsen-Anhalt sowie im niedersächsichen Harly.

 

Die Abbildungen zeigen aktuelle Funde von Februar 2021 aus dem Großen Fallstein.

 

 

 

Text und Fotos: Hans Manhart

 


3. Februar 2021

 

Wie man sich irren kann...!

Falsche Wassermilben und andere Irrtümer
Beim Fotografieren, namentlich bei der Makrofotografie, hat man (oder besser: habe ich) oft das Problem, dass aus dem Augenwinkel schon das nächste Motiv anvisiert wird, während man gerade noch etwas anderes fotografiert. Das mindert, zugegeben, manchmal die nötige Sorgfalt. Um so größer ist später bei der Bildbearbeitung und -archivierung oft die Überraschung, was sich denn da auf den Bildern tummelt. Bei der ersten Spezies, die ich hier zeige, war für mich die Sache sofort klar.

Winzige, ca. 1 mm kleine Wesen, zu Hunderten in einem Tümpel, der sich in der Fahrspur eines Feldweges gebildet hatte (in der Nähe des Umspannwerkes/Propsteiburg). Das können nur Wassermilben sein – dachte ich und speicherte das Bild zu späteren Bestimmung ab. Dann die Überraschung: Bei näherem Hinsehen war sofort klar, dass es keine Wassermilben sein können. Die erste Vermutung, dass es sich um Urzeitkrebse (Branchiopoden) handeln könnte, war schnell verworfen. Weitere Recherchen führten schließlich zu den Muschelkrebsen, den Ostracoden.

 

Den kompletten Beitrag finden Sie als PDF Dokument unter Downloads

Text und Foto: Gerwin Bärecke


19. November 2020

 

Von unserem Mitglied Hans-Jürgen Czichowski erreichte uns ein Bericht über eine neue Veröffentlichung zum Schuppen-Wurmfarn (Dryopteris affinis) im Harz.

 

 

Den vollständigen Bericht finden Sie unter Downloads

 

 

Foto: Hans-Jürgen Czichowski


Auf den geologischen und bergbaulichen Spuren des Elements Uran im Harz

 

mit Dr. Friedhart Knolle am 26.9.2020

 

Trotz der mäßigen Wetteraussichten und der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hatte sich eine Anzahl Interessierter am Treffpunkt eingefunden.

 

Zunächst gab Dr. Knolle eine Einführung in die Problematik Uran, Radon, Wismut. Die „Wismut“  (SowjetischeAG/später SowjetischDeutscheAG) war ein Bergbauunternehmen, das von 1946 bis 1990 einer der weltweit größten Produzenten von Uran war und die Rohstoffbasis für die sowjetische Atomindustrie lieferte. Gefördert wurde in Sachsen und Thüringen, aber auch im Harz wurde immer wieder nach Vorkommen gesucht.

Text: Anke Schulze

Fotos: Agnes Daub, Volker Edelmann und Florenz Sasse

 

Den vollständigen Bericht finden Sie als PDF Dokument unter Downloads