Aktuelles

Frühling 2018 rund ums Okertal

Die längeren Tage und steigenden Temperaturen lassen auch in den kühleren und schattigeren Tallagen des Oberharzes die Natur erwachen.

Am Hahnenberg machte ein Tannenhäherpaar lautstark auf sich aufmerksam.

Unweit der Okervorsperre bei Altenau waren Berg- und Fadenmolche (Triturus alpestris und helveticus) in flachen Wasserstellen zu beobachten, aber auch im heimischen Garten fand sich ein Exemplar. Im Froschlaich entwickeln sich schon Kaulquappen.

Entlang der Bachläufe zeigen sich neben Huflattich (Tussilago farfara) und Buschwindröschen (Anemone nemorosa) auch Gemeine oder Rote Pestwurz (Petasites hybridus) und die Weiße Pestwurz (Petasites albus). Sie zählen wie der Huflattich zu den Korbblütlern und die Blätter wachsen erst nach der Blüte zu voller Größe. Huflattich wurde gegen Husten verwendet und die Pestwurz wegen spasmolytischer (krampflösender) Wirkung unter anderem als Migränemittel. Allerdings ist die Verwendung der Wildpflanzen wegen ihres Gehaltes an leberschädigenden Pyrrolizidin-Alkaloiden nicht zu empfehlen.

 

Das Wechselblättrige Milzkraut (Chrysoplenium alternifolium) findet sich in der Nähe von Bachläufen und an feuchten Stellen, während das Gegenblättrige Milzkraut (Chrysoplenium oppositifolium) fast schon im Bach wächst.

 

Und auch beim Moos beginnt offensichtlich die Fortpflanzung….

 

Text und Fotos:

Anke Schulze


Vogelstimmenwanderung im Rainbachtal

 

 

 

am 14. April 2018

 

 

 

Der Tag ist kühl und feucht, als 33 Personen und zwei Hunde aufbrechen, am Steinberg den Vögeln zu lauschen und unter der Leitung der Ornithologen Herwig Zang und Paul Kunze ihre Stimmen zu erkennen. Es ist ein kleiner Trost, dass bei dieser Witterung die Vögel nicht so aktiv sind und daher einzelne Stimmen ertönen, die man gut einer Art zuordnen kann.

 

Es ist der 5-silbige Ruf der Ringeltaube zu hören. Sie ist dadurch unterscheidbar von der Türkentaube, die nur 3-silbig ruft. Für Turteltauben ist es noch zu früh im Jahr. Der Ruf der Ringeltaube wird die gesamte Exkursion begleiten.

 

Es ertönt der Ruf des Buchfinks. Sein wissenschaftlicher Artname Fringilla coelebs (was soviel bedeutet wie „im Kloster“) weist darauf hin, dass nur die Männchen im Winter hier bleiben und „zölibatär“ leben, während die Weibchen in wärmere südwestliche Gebiete abwandern.

 

Das Rotkehlchen ist zu hören mit seinem vorn gequetschten Ton, der nach hinten weich wird. Es wird bald verstummen und erst gegen Abend wieder zu hören sein.

 

Als nächstes macht sich mit einer Reihe abfallender leiser Töne der Fitis  bemerkbar, ein kleiner gelblicher Vogel von nur 10 g Gewicht, der z.Z. durchzieht. Sehr ähnlich der Zilpzalp, dessen tilptalp-Ruf ihm seinen Namen gab.

 

Der Gimpel ist zu hören und in der Nähe der Gärten vom Reitstallweg auch die Blaumeise.

 

Nach dem Ende der Bebauung öffnet sich eine Fläche, die eigentlich ideal wäre für die Lerche, aber ihr Bestand ist sehr stark zurückgegangen durch die moderne Landwirtschaft und die Insektenvernichtung. Die Frage nach den geeigneten Pflanzen, um Insekten im eigenen Garten anzulocken, führt zu einem Gedankenaustausch. Am besten ist es, den Garten ohne Gifte oder Düngemittel zu bewirtschaften, dann erscheinen die geeigneten Pflanzen von selber. Auch ist es wichtig, heimische Gehölze anzupflanzen und Futterpflanzen für die Larvenstadien stehen zu lassen.

 

Auf der offenen Fläche stehen Büsche, Ansitz der Goldammer, eines Vogels mit kräftigem gelben Körper, der auch im Winter hier ist. Goldammern sind Busch- und Bodenbrüter.

 

Die Gruppe hält immer wieder, genießt den Ausblick zurück über die Stadt und lauscht – Singdrossel und Amsel sind zu hören, letztere bevorzugt zum Gesang Spitzenpositionen auf Baumwipfeln oder Dachfirsten. Die Singdrossel ist etwas kleiner als die Amsel und hat eine helle getupfte Brust, sie wiederholt ihre Melodie mehrfach.

 

Der Zaunkönig ist mit 8-9 g ein sehr kleiner Vogel, hat aber eine sehr starke laute Stimme. Durch das Aufstelzen seines Schwanzes hat er eine charakteristische Silhoutte.

 

Laut und wohltönend ist auch der Gesang der Mönchsgrasmücke, die Männchen mit schwarzem Scheitel, die Weibchen mit braunem. Am Zugverhalten der Mönchsgrasmücke kann man den Klimawandel erkennen. Zog sie früher zum Überwintern in den Mittelmeerraum, so weicht sie seit einiger Zeit in das milde England aus und hat so einen kürzeren Weg.

 

Von den Spechten hört man den Grauspecht, ein Buntspecht wird gesehen. Spechte sind Vögel des Laubwaldes und Ameisenfresser. Auffallend ist ihre wellenförmige Flugbewegung. Auch der Ruf des Kleibers ist oft zu hören.

 

Ein Kernbeißer wird gesehen und eine Teilnehmerin berichtet, dass sie in diesem Jahr bis zu 8 Tiere an ihrer Fütterung gezählt hat. Die natürliche Nahrung der Kernbeißer ist vor allem die Frucht der Hainbuche. Der Laut des Kernbeißers  ist ein sehr hoher Ton, ein nur dünnes Stimmchen.

 

Hinter dem Schieferbruch, aus dem das laute „Rätschen“ des Eichelhähers ertönt, fängt das Biotop Rainbachtal an. Gerwin Bärecke von der Natur- und Umwelthilfe, die das Biotop angelegt hat, erzählt von der Entstehung, als Erlengestrüpp entfernt wurde und die verfilzten Wiesen abgetragen wurden. Eine imposante Kriechweide zieht die Blicke auf sich. Im Quellbereich sind zwei flache Teiche entstanden, die über einen Überlauf mit Wasserbausteinen verbunden sind. Hier sehen wir einen Stockenten-Erpel, dessen Partnerin möglicherweise schon irgendwo auf den Eiern sitzt, und wir erfahren, dass hier die Geburtshelferkröte und sogar der Grasfrosch heimisch sind. Auf den Wiesen blühen derzeit noch der Huflattisch und schon die Schlüsselblume und die Buschwindröschen, aber auch das gefleckte Knabenkraut und die Trollblume haben sich im Bestand durch die Maßnahmen sehr gut erholt. Im Schilf konnten schon Sumpf- und Teichrohrsänger beobachtet werden.

 

Ein Baumpieper wird gehört und dann auch bei seinem Balzflug beobachtet, wie er sich in die Höhe schraubt und dann fallen läßt.

 

Die Gruppe wandert über den Überlaufdeich und tritt den Rückweg über den Harzer Förstertieg an. Er verläuft entlang eines Fichtenwaldes, daher sind bald Tannenmeisen und andere Meisen zu hören, und auch der metallische Gesang der Heckenbraunelle ertönt. Am Ende des Weges wieder in der Nähe von Bebauung wird auch der Hausrotschwanz gesichtet und gehört.

 

Über die steile Trift geht es zum Ausgangspunkt der Exkursion.

 

 

Text und Fotos: Dr. Agnes-M. Daub


Samstag, 14. April 2018: Erstes Schwalbenhotel in Goslar eröffnet

Im Goslarer Stadtteil Ohlhof haben die Mehlschwalben Wohnungsnot. Die kunstvoll aus Lehm und Erde erstellten Schwalbenester werden leider von Hausbesitzern entfernt oder werden durch Umwelteinflüsse abgängig und unbrauchbar. Die NABU Kreisgruppe Goslar hat an der Ohlhofbreite auf einem Privatgrundstück einen sog. „Schwalbenturm“ errichtet, an dem Kunstnester angebracht sind. Außerdem wird an dem ca. 4 m hohen Turm genügend Platz bleiben, damit die Schwalben weiterhin eigene Nester bauen können. Das dafür benötigte natürliche Baumaterial, welches von den Vögeln nur noch schwer zu finden ist, wird ebenfalls vom NABU in Reichweite des Turmes angeboten.

Der Turm wurde von einem hiesigen Tischlerbetrieb erstellt und unweit eines öffentlichen Gehweges aufgestellt. Die Ohlhöfer Bewohner können sich so ganz bequem das spannende und emsige Brutgeschehen der Schwalben ansehen. Eine Schautafel mit interessanten Informationen zu den Schwalben und deren Schutz wird das Vorhaben abrunden. Der NABU wird im weiteren Verlauf des Jahres Führungen zu dem Schwalbenturm anbieten.

Der NABU nimmt gerne noch Spenden für dieses Bauvorhaben entgegen, entweder zu den  Öffnungszeiten des NABU-Büros in der Petersilienstrasse 23 oder durch eine Überweisung auf das Konto des NABU Goslar: Volksbank Nordharz e. G., IBAN: DE73268900191044687700 , BIC: GENODEF1VNH, Stichwort „Schwalbenturm“ (Spenden an den NABU Goslar sind steuerlich absetzbar). Darüber hinaus wird ein Förderantrag an die BINGO-Umweltstiftung gestellt.

Der Schwalbenturm ist aufgestellt, und wartet auf die Schwalben die aus ihrem südlichen Winterquartier kommend, das Schwalbenhotel beziehen. „Die Ohlhöfer Stechmücken werden das nicht gerne hören, verfüttern die Schwalben im Laufe einer Brutperiode doch mehrere Tausend Insekten an ihre Jungvögel“, weist die Ohlhöferin und NABU-Mitglied Renate Hanusch auf einen praktischen Zusatznutzen des Turmes hin.

Text: NABU Goslar

Fotos: Michael Müller


Mauersegler in Deutschland

Auch die Verbreitung von Rauch und Mehlschwalben steigt täglich an.


Einen Schritt weiter sind die Alpensegler, die schon an ihrem Nest Schönheitsreparaturen ausführen und auf dem Nest schlafen. Wer die Alpensegler im Internet beobachten will kann auf folgen Link klicken


Abendlicher Ausflugstip in die umliegenden Wälder,Feldgehölze oder Parks.

 

Die Eulenbalz ist in vollem Gang. In den geeigneten (Brut)Habitaten sind zur Zeit einige heimischen Eulenarten gut zu hören oder auch zu sehen. Rufe von Uhu, Waldkauz, Waldohreule, Sperlingskauz, Raufußkautz und auch der Waldschnepfe können gehört werden.

Die wohl beste Zeit um das Rufen der Eulen zu hören, sind 2 Stunden vor Sonnenuntergang und 1 Stunde nach Sonnenuntergang. Windstille und trockenes Wetter ist Voraussetzung.

 

BITTE VERWENDEN SIE KEINE KLANGATRAPPEN um die Eulen anzulocken.

 

Foto: Michael Müller