Aktuelles

Stadtvegetation in Goslar
Exkursion am 15.09.2018


Bei angenehmen Temperaturen startete eine Gruppe von 23 Erwachsenen und zwei Kindern unter Leitung von  Dr. Martin Bollmeier  (unterstützt von Anke Kätzel) zur gemeinsamen Exkursion mit dem Botanischen Arbeitskreis Nordharz, um die Vegetation der Goslarer Altstadt zu erforschen.
Schon an der ersten Brücke über die Gose zu den Wallanlagen hin fiel der niedrige Wasserstand auf.
Die  Wallanlagen vor der Stadtmauer waren im Mittelalter baumlos, um Feinden keine Deckung zu bieten. In späteren Jahrhunderten gab es hier ein Hirschgehege, und die Wallanlagen wurden begrünt.
Die Tour begann im Schatten einer Kastanienallee, die durch Miniermotte und Trockenheit schon sehr herbstlich verfärbt war. Die attraktiv blühende Gemeine Roßkastanie (Aesculus hippocastanum) stammt von der Balkanhalbinsel und wächst ursprünglich in Gebirgswäldern mit frischen nährstoffreichen Böden. Hierzulande wird sie häufig als Park- und Straßenbaum gepflanzt. Vor ca. 20 Jahren breitete sich von Mazedonien die Roßkastanien-Miniermotte aus, deren Larven durch Fraß im Blattinneren das Laub schädigen. Die Samen (Kastanien) sind schwach giftig und enthalten außer Stärke auch Bitterstoffe und Saponine. Die Saponine verringern die Oberflächenspannung des Wassers und wirken daher schaumbildend. Medizinisch wird Roßkastanienextrakt bei Venenleiden eingesetzt.
Die Rotblühende Roßkastanie ist eine Kreuzung aus der Gewöhnlichen Roßkastanie und der nordamerikanischen Echten Pavie und ist gegen die Miniermotte immun.
Durch die Wallanlage fließt die Gose, die aus dem Harz kommt und sich oberhalb der Stadt mit der aus dem Wintertal kommenden Abzucht vereinigt. Innerhalb der Stadtmauern heißt der Fluß Abzucht, danach wieder Gose.  Die Abzucht verläßt die Stadt durch das bewehrte Wasserloch in der Stadtmauer.  Am Rand der kanalisierten Gose  wächst der Tüpfelfarn (Engelsüß, Polypodium vulgare).
Vom Mundloch des Tiefen-Julius-Fortunatus-Stollens führt ein kleiner Graben neben dem Weg  Eisenoxid-haltiges Wasser aus der Grube Rammelsberg zu den Ockersümpfen, wo Ocker als Farbpigment gewonnen wurde.
In Höhe des Wasserlochs werden in der Allee die Kastanien von Ahornen (Acer) abgelöst. Während das Holz der Kastanie praktisch keinen wirtschaftlichen Nutzen hat, zählt Ahorn zu den Edelhölzern und wird häufig zu Furnier verarbeitet. Interessant ist der Drehwuchs einiger Ahorne. Wahrscheinlich ist diese Wuchsform ursprünglich und ergibt sich aus der Reaktion auf Stürme. In der Tischlerei sind solche Hölzer nicht beliebt.
An einem Grundstück nahe der St-Annenhöhe  wächst das Aufrechte Glaskraut (Parietaria officinalis), ein Archeophyt, der zur Familie der Brennesselgewächse zählt. Das Kraut wurde früher zur Reinigung blinder Gläser verwendet und hat eine gewisse harntreibende Wirkung. Es kommt vor allem im mitteldeutschen Trockengebiet vor. Eine auffallend schmalblättrige Unterart der Gewöhnlichen Brennnessel (Urtica dioica ssp. subinermis) mit sehr wenigen Brennhaaren wurde auch gefunden.
Entlang der Judenteiche wachsen Rohrkolben (Thypha sp.), Wolfstrapp (Lycopus sp.) und die Melde (Atriplex patula) oder (A. prostata). Im Fall der Melde fehlten Früchte zur korrekten Bestimmung. Eine Besonderheit an den Teichen ist auch eine Schlitzblättrige Buche (Fagus). Eine kräftige Schwedische Mehlbeere (Sorbus intermedia) nahe des Kahnteiches ist ca. 100 Jahre und damit für die Art ungewöhnlich alt.
Taxus baccata, die Europäische Eibe, wurde früher häufig an Burgen gepflanzt, da das harte, aber biegsame Holz zum Bau von Bogen und Armbrüsten diente. Die ganze Pflanze ist mit Ausnahme des süßlich schmeckenden Samenmantels giftig. Das enthaltene Taxin ist für Menschen und auch Pferde gefährlich, während Wiederkäuer wie Rehe und Hirsche unbeschadet an Eiben äsen.
Besonderer Höhepunkt der Exkursion war die gewaltige Stollen-Linde, die neun Menschen kaum umfassen konnten (Umfang 9,90 m, Durchmesser 3,30 m). Es handelt sich um eine Sommerlinde (Tilia platyphyllus), die sich durch die größeren, oberseits behaarten  Blätter und die hellen Achselbärte auf der Blattunterseite von der Winterlinde (Tilia cordata) unterscheidet. Sie hat im Inneren des hohlen Stammes eine dicke Adventivwurzel gebildet. Die Linden waren Freya, später Maria gewidmet und wurden daher gerne an Kirchen gepflanzt. Das weiche Holz eignet sich für Schnitzarbeiten (Marienstatuen). Die Blüten werden als Erkältungstee genutzt und liefern einen guten Honig.
Efeu (Hedera), eigentlich eine Waldpflanze, kommt jetzt auch häufig in Städten vor und wird von Vögeln verbreitet. Die Blüten gehören zu den späten Nektarlieferanten für Insekten. An den Mauern der Stadt siedeln neben Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) auch Farne wie Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) und Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes, auch ssp. hastatum) und Gelber Lerchensporn (Pseudofumaria lutea). Ein Farn an einer Grabenmauer nahe des Werderhofes wurde als Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis) bestimmt. Auch das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens), eigentlich heimisch in Südamerika, konnte an der Stadtmauer entdeckt werden. Solche ausländischen Pflanzen werden zunehmend auch in unseren Breiten gefunden, was mit dem globalen Verkehr zu begründen ist. Alle diese Pflanzen lieben Kalk, der in alten Mörteln vorhanden war. Nach Mauersanierungen mit herkömmlichem Zementputz haben diese Pflanzen keine Chance mehr, wie an einem frischrenovierten Teil der Stadtmauer in der Glockengießerstraße zu sehen war.
Auf dem Rückweg entlang der Abzucht fanden wir in den Pflasterritzen Arten, die mit dem stetigen Betreten und Befahren zurechtkommen wie Vogelknöterich (Polygonum aviculare), Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea), Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis),  Breitwegerich (Plantago major) und Liegendes Mastkraut (Sagina procumbens).
Nach der großen Juliflut von 2017 ist die Abzucht stellenweise trockengefallen, und in Schwemmland wuchs neben Wolfstrapp überraschend auch ein Exemplar der Breitblättrigen Stendelwurz (Epipactis helleborine). Bäume, die das Ufer säumen, sind  Erle (Alnus), Esche (Fraxinus) und Ulme (Ulmus)sowie Kornelkirsche (Cornus mas).
Von einer Rot-Eiche (Quercus rubra) nahe des Werderhofes, die für die einheimische Tierwelt  leider kaum Lebensraum bietet, ging es zurück zum Ausgangspunkt.

Text: Anke Schulze und Dr. Agnes-M. Daub (genehmigt)

Fotos: Volker Edelmann und Dr. Agnes-M. Daub (genehmigt)


10. September 2018

Hinweis auf Tagung

Der Nationalpark Harz lädt zu einer wissenschaftlichen Tagung am 9. 11. 2018 in Drübeck ein.
Das Thema der Tagesveranstaltung ist „Heile Welt Nationalpark“.

Interessierte Mitglieder des NWV Goslar sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie unter Downloads.


01. September 2018

Hinweis für Ornithologen

 

Zur Zeit lassen sich an den Rückhaltebecken im Teichgebiet Nord und Süd der Nette verschiedene Arten von Limikolen gut beobachten. Folgende Limikolen können beobachtet werden: Isländische Uferschnepfe (Limosa limosa islandica), Grünschenkel (Tringa nebularia), Waldwasserläufer (Tringa ochropus), Flußuferläufer (Actitis hypoleucos), Dunkle Wasserläufer (Tringa erythropus).

 

Text und Fotos:

Michael Müller (genehmigt)


Wasseramseln

(Cinclus cinclus) leben entlang von schnellfließenden, sauerstoffreichen Gewässern, wo sie sich meist von Wasserinsekten und anderen aquatisch lebenden Wirbellosen ernähren, die zum Teil tauchend und schwimmend erbeutet werden. Dazu zählen Larven der Köcherfliegen, Eintagsfliegen, Steinfliegen, Lidmücken und Kriebelmücken.

 

Habitat der Wasseramsel

 

Wasseramseln bauen in Höhlen, Halbhöhlen oder Nischen umfangreiche Kugelnester, meist sehr nahe am Wasserrand. Sie sind mehrheitlich Standvögel, die auch in harten Wintern am Brutgewässer ausharren können, solange dieses nicht zufriert.

 

Es kann auch vorkommen, das zwei Vogelarten einen Nistkasten nutzen. Hier (Foto unten) gut zu sehen links das Nest der Gebirgsstelze  und auf der rechten Seite das Nest der Wasseramsel. Zu den Vogelarten, die zusammen mit der Wasseramsel brüten, zählen Gebirgsstelze, Zaunkönig und gelegentlich auch der Hausrotschwanz.

 

 Dieses alte Wasseramselnest zeigt, daß das Nest mit Blätter der Buche gepolstert ist.

 

Als Deckung vor Feinden (besonders dem Sperber), zur Ruhephase und zur Mauser sucht die Wasseramsel die Pestwurzfelder auf, die entlang der Fließgewässer zu finden sind.

Text und Fotos: Michael Müller (genehmigt)

 


Exkursion am 11. 8. 2018 auf den

 

Bergwiesen bei Sankt Andreasberg

Nach der brütenden Hitze der vergangenen Wochen brachen wir bei frischen Temperaturen und einer steifen Brise unter Leitung von Dr. Florenz Sasse zur  Exkursion über die Bergwiesen bei Sankt Andreasberg auf.
Das Naturschutzgebiet „Bergwiesen bei Sankt Andreasberg“ umfasst etwa 217 ha. Es umfasst die Bergstadt im Osten halbkreisförmig. Im Süden und Westen liegen die Gebiete Glockenberg und Sieberberg. Es ist der größte Bergwiesenkomplex im niedersächsischen Harz mit Borstgrasrasen, Quellsümpfen und Hochstaudenfluren.
Der Referent gab eine umfassende Einführung in die Problematik und Geschichte der Bergwiesen. Sie stehen zwar unter Naturschutz, sind aber keineswegs natürlich, sondern Folge menschlicher Einflußnahme. Von den drei im Harz vorkommenden Bewuchsvorkommen Wald, Wiese, Moor ist nämlich nur das Moor weitgehend natürlich. Der typische Fichtenwald ist gepflanzt, und auch die Wiesen sind Folgen menschlichen Eingriffs.
Die Bergwiesen entstanden, als die Bergleute im 16. Jahrhundert das Recht auf Viehwirtschaft bekamen. Im Sommer trieb man die Tiere, das genügsame rote Höhenvieh und die Ziegen, in die Wälder zur Nahrungssuche. Für die Winterfütterung wurden die Bergwiesen, gerodete ehemalige Wälder, einmal jährlich gemäht.Eventuell durfte das Vieh danach noch eine Zeit weiden,  aber im Prinzip wurden die Wiesen nur abgemäht, und genau das wird noch heute so von ausgewählten Bauern im Auftrag der Naturschutzbehörde gemacht, um die Bergwiesen zu erhalten. Dabei wird die Fläche stückweise mosaikartig gemäht, in einigen Bereichen darf auch gedüngt werden. Es gibt durchaus touristische, somit auch wirtschaftliche Gründe für den Schutz der Bergwiesen. Es ist also eigentlich ein Kulturgut, das geschützt wird, und zwar eine Wiese und keine Weide.
Naturschutz besteht seit 1992. Das Naturschutzgebiet entspricht dem gleichnamigen FFH-Gebiet und gehört zum europäischen Naturschutzgebiet Natura 2000.

Im wesentlichen sind es zwei Wiesentypen, die in diesem Naturschutzgebiet vorkommen – der Borstgrasrasen als Kantenhartheu-Kreuzblümchenrasen und die Waldstorchschnabel-Goldhaferwiese. Beide sind Pflanzen­gesellschaften mit typischen Begleitpflanzen. Übrigens gibt es auch für Pflanzengesellschaften wie für die einzelnen Pflanzen eine rote Liste.

Wegen des späten Termins und die monatelange Trockenheit waren schon viele Pflanzen verblüht, aber auch so gab es noch vieles zu entdecken. Fast alle Charakterarten konnten wir, wenn auch meist verblüht, finden.

Auf den  Goldhaferwiesen entdeckten wir den Waldstorchschnabel (Geranium sylvaticum), Kanten-Hartheu bzw. Gefleckte  Johanniskraut (Hypericum maculatum), Ährige Teufelskralle (Phyteuma spicatum), Berg-Rispengras (Poa chaixii), Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) und auch den Schlangenknöterich (Bistorta officinalis).

Der auf mageren Standorten vorkommende Borstgras-Rasen war geprägt von Kanten-Hartheu (Hypericum maculatum), Bärwurz (Meum athamanticum), Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius), Harz-Labkraut (Galium harcynicum) und Gewöhnlichem Kreuzblümchen (Polygala vulgaris).

Vor allem auf dem Rückweg fielen neben Goldrute (Solidago virgaurea) und Wald-Wachtelweizen (Melampyrum sylvaticum) zahlreiche Maiglöckchen (Convallaria majalis) und ein großer Bestand der Quirlblättrigen Weißwurz (Polygonatum verticillatum), auch Salomonssiegel genannt, auf.

Einige Pflanzen sind auch durch ihre Wirkstoffe interessant. Der Beifuß enthält ein Nervengift und das Johanniskraut einen Wirkstoff gegen Depressionen. Der Bärwurz enthält einen Stoff, der abtreibende Wirkung hat, und früher von Hebammen zur Einleitung der Geburt gegeben wurde. Sein Name hat also nichts mit dem Tier Bär zu tun, sondern mit dem Ge-bären.

Auch die Ausblicke auf die Bergstadt und über die Bergwiesen, auf Brocken und Wurmberg, waren  atemberaubend.

Ein erneuter Besuch im nächsten Jahr, eventuell im Juni, ist auf jeden Fall empfehlenswert.


Test und Fotos: Anke Schulze und Dr. Agnes-M. Daub (genehmigt)


10.08.2018

NWV-Mitglied Volker Edelmann berichtet vom Besuch des Labkrautschwärmers (Hyles gallii) in seinem Garten in Neuwallmoden.

Der Schwärmer fliegt gezielt die Blüten der Nachtkerzen (Oenanthera biennis) an, die sich innerhalb weniger Minuten öffnen und dann einen starken Duft verströmen. Der Schwärmer fliegt von Blüte zu Blüte und bestäubt dabei Unterkörper und Beine über und über mit gelbem Pollen. Er ist in Mitteleuropa weit verbreitet, aber fast überall ziemlich selten. Er ist für Niedersachsen als besonders geschützte Art verzeichnet.

 

Text Dr. Agnes-M. Daub und Volker Edelmann, Fotos Volker Edelmann

 


Turmfalkenberingung in Wiedelah

Fotos: Regine Schulz (genehmigt)


27. Juli 2018

Mondfinsternis

Die als längste dieses Jahrhunderts angepriesene Mondfinsternis war in unserer Region oft nur sehr kurz zu beobachten, da ein Wolkenband am Südosthimmel die Sicht versperrte. Nur gegen Ende der totalen Verfinsternung war dann der Blutmond zu bewundern. Das Foto wurde um 23:13 Uhr gemacht, genau zu dem Zeitpunkt, als die ersten direkten Sonnenstrahlen wieder den linken Mondrand erreichten.

 

Text und Foto: Dr. Florenz Sasse (genehmigt)


Alle Jahre wieder landet der Russische Bär (Euplagia quadripunctaria) in Oberoker.
Der tagaktive Falter gehört zu den Bärenspinnern und sitzt ab Juli bevorzugt auf den Blüten des Wasserdostes, der in Oker und am Adenberg auch in höheren Lagen reichlich vorkommt. Futterpflanzen sind u.a. Himbeere, Große Brennnessel und Fuchs`Kreuzkraut. Die Art steht auf der Roten Liste und kommt bevorzugt in wärmebegünstigten Gebieten Süddeutschlands vor. Daß er in den letzten Jahren so regelmäßig am Nordwest- Harzrand auftaucht, spricht wohl für sich.

 

Text und Fotos Anke Schulze (genehmigt)


Schwalbenwurz-Enzian an der Großen Zeterklippe

 

Bei Kartierungsarbeiten wurden gestern (24. Juli 2018) im Bereich der Großen Zeterklippe große Bestände des Schwalbenwurz-Enzians gefunden.

Diese eigentlich alpine Pflanze ist eine hohe Staude mit blauen Blüten, die zwischen ihren 5 langen Zipfeln jeweils einen stumpfen Zahn tragen und innen ein hell-gepunktetes Streifenmuster haben.

Als Blütenbesucher konnten Schmetterlinge, hellbraune Wanzen in großer Zahl und auch ein Taubenschwänzchen beobachtet werden.

NWV-Mitglied Regine Schulz identifizierte die abgebildete Wanze als Carpocoris fuscispinus, die nördliche Fruchtwanze.

 

Text und Fotos Dr. Agnes-M. Daub (genehmigt)


Nachtrag zur Artenerfassung am GEO-Tag der Natur
(Wanderung durchs Heinische Bruch am 16.6.2018)

Die Artenerfassung wird vom NWV Goslar seit 2009 jährlich am GEO-Tag der Natur an unterschiedlichen Orten im Landkreis durchgeführt, hatte also in diesem Jahr sozusagen ihr 10jähriges Jubiläum.

Die Erfassung 2018 hat wie auch im letzten Jahr 327 Arten ergeben.

Davon sind 233 höhere Pflanzen und 4 Moose. Es wurden 1 Säugetier, 35 Vögel und 2 Amphibien gesichtet. Schmetterlinge waren mit 11 Tagfaltern und 5 Nachtfaltern vertreten, des weiteren eine Libellenart, 6 Heuschrecken, 3 Bienen bzw. Wespen, 3 Spinnen, 7 Käfer, 4 Wanzen und weitere 12 Arten, deren Kategorie nicht einzeln gelistet wird.
Pilze, Flechten, Schnecken und Ameisen wurden dieses Mal gar nicht aufgenommen, vielleicht fehlten die Experten.

Bei den Pflanzen waren 12 Neufunde im Vergleich der Daten aller 10 Jahre. 2 Arten wurden erstmals wiedergefunden, darunter der auf der roten Liste als gefährdet eingestufte Gift-Lattich. Auffällig viele Neufunde tragen den Namensteil Sumpf- bzw. Moor-, passend zum Standort eines Bruchs.
Bei den Moosen gibt es 1 Neufund, das Kaktus-Moos. 2 der 7 Käferarten sind Neufunde, der Fallkäfer und der Blaugrüne Schenkelkäfer.
Die Ornithologen fanden erstmals den Wespenbussard, die Turteltaube und den Gimpel.
4 neue Tagfalter und 4 neue Nachtfalter konnten eingetragen werden. Bei den Nachtfaltern waren 2 davon Arten der roten Liste, das Hornklee-Widderchen (1 = vom Aussterben bedroht) und der grüne Eichenwaldspanner (V = Vorwarnstufe). Der Braunwurzmönch wurde als Raupe gefunden.
Für die Libellen neu ist die Braune Mosaikjungfer, bei den Spinnen neu sind die Kürbisspinne und die Sumpf-Kreuzspinne (rote Liste 3 = gefährdet).

In der Summe der 10 Jahre ist die erfreuliche Zahl von 808 Arten erreicht worden.

Für besonders Interessierte gibt es die Datei über alle Arten der 10 Jahre, dankenswerterweise zusammengestellt von Dr. Martin Bollmeier, als Download.

(Text: Dr. Agnes-M. Daub)


Noch eine Spinne und viele Insekten ...

 

 

seltener Arten gibt es bei uns im Raum Goslar. Zu den seltenen Spinnen aus meinem ersten Artikel kommt mittlerweile eine weitere hinzu. Zudem gibt es einiges zu berichten über seltene bzw. bedrohte Käferarten, über Heuschrecken und eine äußerst bemerkenswerte Zikade, letztere wohl ein Erstfund für Niedersachsen. Beginnen wir mit dieser Besonderheit, die ich am Osthang des Sudmerberges fand.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier
                                 

 

Europäischer Laternenträger

 

Text und Fotos Gerwin Bärecke


 

Exkursion am 16. Juni 2018, GEO-Tag der Natur

 

Heinisches Bruch bei Bad Harzburg

 

Den vollstandigen Bericht finden Sie hier

 

 


Bei einer Stippvisite im Radautal ergab sich für mich die Gelegenheit, einen Blick auf ein schon längerer bekanntes Vorkommen von Pinguicula vulgaris (Gemeines Fettkraut) zu werfen.

 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text und Fotos: Anke Schulze


 

Rote echte Schlüsselblume

 

Anfang Mai hat ein Vereinsmitglied am Mädeberg in Neuwallmoden unter Hunderten  von Echten Schlüsselblumen (Primula veris) ein Exemplar mit wirklich roten Blütenblättern gefunden. Wahrscheinlich liegt eine Mutation  für den Blütenfarbstoff vor.

Die Pflanze ist unter Beobachtung, so daß die Hoffnung besteht, Samen gewinnen zu können. Dann beginnt der lange Weg des Züchters, denn es dauert ein paar Jahre, bis die Schlüsselblumen blühfähig werden.

 

Foto Volker Edelmann, Text Dr. A. Daub (genehmigte Veröffentlichung am 29.05.2018)


Funde seltener Spinnen im Raum Goslar - Oker

 

Spinnen sind (leider) wohl mit Abstand die unbeliebtesten Arthropoden (Gliederfüßer) unserer Tierwelt. Dabei sind Farben, Formen und Lebensweise der Achtbeiner mindestens ebenso faszinierend wie fesselnd, und die Beschäftigung damit kann der Vogelbeobachtung durchaus das Wasser reichen (höre ich da Widerspruch?). Scherz beiseite: Neben den Allerweltsarten kann unser Gebiet durchaus mit einigen Besonderheiten aufwarten.

 

Den vollständigen Bericht finden Sie hier