Das Goslarer Museum

Träger des Goslarer Museums für Stadtgeschichte am Museumsufer an der Abzucht sind neben der Stadt Goslar der 1852 gegründete Naturwissenschaftliche Verein Goslar e.V. und der 1905 gegründete Museumsverein Goslar e.V..

Der Fabrikant H. Borchers stellte 1922 das Gebäude Königstrasse 1, eine Stiftskurie aus dem Jahr 1514, für die Sammlungen beider Vereine zur Verfügung. Die Unterhaltung des Goslarer Museums wird durch den Vertrag von 1922 zwischen der Stadt Goslar und den beiden Vereinen geregelt. Beide Vereine sind im Museumsverwaltungsausschuß vertreten.

 

Im Museum öffentlich zugänglich sind drei vom NWV Goslar gestaltete Dauerausstellungen:

  • die 1984 aufgebaute Ausstellung "Die Fossilien der Klassischen Geologischen Quadratmeile" mit ca. 5600 Exponaten

  • die 2007 eröffnete Ausstellung „Die Klassische Geologische Quadratmeile im Geopark Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen“, zugleich Informationszentrum dieses UNESCO-Geoparks (Foto), und

  • die 2011 eröffnete Ausstellung "Vom Erz zum Metall" über die Gewinnung von Metallen aus Erz im Harz

 

Bibliothek und Sammlungen

Die Bibliothek des Vereins enthält Literatur in der gesamten Bandbreite der Vereins­interessen, Schwerpunkt im älteren Teil liegt auf Bergbau, Geologie, Paläontologie und Mineralogie, es gibt aber auch grundlegende frühe Werke der Biologie (Darwin, Oken).
Aktuell wird die Bibliothek auch durch den Schriftentausch gegen die „Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar“ vermehrt. Schriftenreihen vieler naturwissenschaftlicher Vereinigungen bzw. Museen liegen vor.
Die in Ordnern einsortierte Korrespondenz ergibt ein kleines Vereinsarchiv und erlaubt interessante Einblicke in das wechselvolle Vereinsgeschehen.

Die Bibliothek steht den Mitgliedern in Absprache mit dem Sammlungswart zur Benutzung offen. 2009 wurde mit der Erstellung einer Computerdatei der Bibliothek begonnen, bisher aufgenommen sind schon über 1000 Bände.

 

 

Kostbarer Besitz des Naturwissenschaftlichen Vereins Goslar sind die Zeichnungen und Lithographien ihres Gründungsmitglieds J.C.P. Arckenhausen (1784-1855), die nur gelegentlich öffentlich gezeigt werden.
Die Sammlung Arckenhausen enthält in 10 Bänden 1969 Tafeln folgender Themengruppen: Schmetterlinge und Vögel (221), Pilze (197), Ericae (40), Farnkräuter (65), Flora Javae (134), Garten- und Feldblumen (768), versch. Pflanzen (319), Gräser (38), Moose (120), weitere Pflanzen (60) sowie einzelne Blätter, z.T. unvollendet (7).

Die Insektensammlungen enthalten vor allem Schmetterlinge, Käfer, auch Wanzen, Ameisen und Schlupfwespen. Sie wurden von früheren Vereinsmitgliedern (u.a. Bauer, Jacobs, Max, Bartels) zusammengetragen und dem Verein vererbt. Auch diese Sammlungsstücke werden nur gelegentlich in Sonderausstellungen gezeigt.
 
                                                                                  
Die Fossiliensammlung besteht aus ca. 5600 ausgestellten Stücken aus allen Epochen der belebten Erdgeschichte und ebenso vielen Stücken im Depot. Der besondere Wert dieser Sammlung besteht in ihrem regionalen Bezug zur „Klassischen Geologischen Quadratmeile“. Aufgrund der geologischen Besonderheiten am Nordrand des Harzes konnten bei Goslar auf wenigen Kilometern Strecke in heute meist nicht mehr zugänglichen Steinbrüchen und Gruben in benachbarten Schichten versteinerte Lebewesen aus unterschiedlichen Zeiten in geordneter Reihe gefunden werden. In der Sammlung besonders stark vertreten ist das Erdmittelalter.
 
Die Gesteinssammlung ist in die Dauerausstellung zur „Klassischen Geologischen Quadratmeile“ eingebracht worden, teilweise auch ins Depot ausgelagert.
 
Die Mineraliensammlung ist überwiegend im Depot untergebracht worden, weil nur der kleinere Teil regionalen Bezug hat. Einige Exponate befinden sich in der Dauerausstellung zur „Klassischen Geologischen Quadratmeile“ in der Vitrine zur Form und Schönheit von Mineralien.
 

Ausstellungen

Ausstellung im 1.OG über dem Kassenbereich

 

"Die Klassische Geologische Quadratmeile im UNESCO - Geopark Harz.Braunschweiger Land.Ostfalen"

 

Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von der geologischen Vielfalt des Goslarer Raums. GOETHE (1749 – 1832), dem die Bezeichnung als Klassische Geologische Quadratmeile zugeschrieben wird, war fasziniert vom Harz und hat bei seinen Besuchen gezielt interessante geologische Formationen aufgesucht. Zeichnungen seines Begleiters Kaspar Melchior Kraus zeigen ihr damaliges, Photos ihr heutiges Aussehen. 

Den Anfang der Ausstellung bildet eine „Zeitleistenwand“, die einen Überblick über die Kontinentalverschiebung, die Erdzeitalter und ihre Gesteine im Harzraum sowie die Entwicklung des Lebens gibt. Einige Gesteine liegen zum Anfassen („Begreifen“) bereit, eine größere Zahl ist zum Anschauen in Schaufächern untergebracht. Es gibt Vitrinen zu besonderen Gesteinen und Mineralen, z.B. solchen mit besonderen ortstypischen Bezeichnungen, aus der Rammelsberger Lagerstätte und den Oberharzer Erzgängen oder zum Phänomen der „Wollsackverwitterung“. Die Fossilien werden in einer eigenen Ausstellung im Goslarer Museum gezeigt.

Gesteine haben ihren Ursprung im flüssigen Erdinnern, dem Magma. Einen Überblick über ihr Werden und Vergehen gibt die Darstellung „Kreislauf der Gesteine“.

Durch die Kontinentalverschiebung hat sich der Harz auf der Erdkugel nicht immer an seinem heutigen Platz befunden, sondern ist während der Erdgeschichte etwa vom Äquator an nordwärts gewandert. Wie der Harz bei diesen Landmassenverschiebungen durch Faltung, Sedimentation und Erosion geformt wurde, zeigt eine weitere Bildfolge. 

Der Harz ist eine Industrieregion der ersten Stunde und so findet man im Raum Goslar Spuren dieser Jahrhunderte lang betriebenen Tätigkeiten von der Frühzeit bis heute. Aufschlüsse und Gruben sind, soweit heute noch aufzufinden, in Karten sowie in den „Landmarken“ (Faltblätter des Regionalverbandes Harz) zusammengestellt und sollen zu geologischen Wanderungen einladen. Eine weitere Karte zeigt die typische Schwermetallvegetation der Region.

Kristalle sind mit ihren auffälligen Formen und Farben ein besonderer Blickfang. Einige sind in der Vitrine zu Form und Schönheit von Mineralien ausgestellt. Hier stammen nicht alle Stücke aus der klassischen geologischen Quadratmeile.

Ausstellung im 2.OG im Hauptgebäude

 

"Die Fossilien der Klassischen Geologischen Quadratmeile"

 Ausstellung im 2. OG über dem Kassenbereich

"Vom Erz zum Metall"

 

Im Oktober 2011 wurde im Goslarer Museum eine neue Dauerausstellung „Vom Erz zum Metall“ eröffnet, in der die Gewinnung der Metalle aus dem Erz im Mittelpunkt steht.

 

Der Reichtum an Erzen in der Klassischen Geologischen Quadratmeile hat dazu geführt, dass der Bergbau zu einem zentralen Erwerbszweig im Harzraum geworden ist. Doch ebenso wichtig waren Kenntnisse und Anlagen, um aus dem Erz Metalle zu gewinnen. Zahlreiche ehemalige Schmelz- und Hüttenplätze geben noch heute im Harzgebiet Zeugnis davon. 

Im Mittelpunkt der neu eröffneten Dauerausstellung stehen beispielhaft Übersichten der historischen und neuzeitlichen Verfahren, wie in den Hütten in Oker aus Erzen des Rammelsberges Silber, Blei und seit 1936 Zink gewonnen wurden. Neben den technischen Abläufen und neben den Produkten sind Informationen zu Traditionen, Arbeitsbedingungen, Bleibelastungen, Beschäftigungszahlen, Zwangsarbeit usw. zu finden.     

Dieses Video wurde uns von unserem Partner Natur und Umwelthilfe Goslar zur Verfügung gestellt.