Zunächst wurde noch  auf salztolerante Arten hingewiesen, die durch den Streusalzeinsatz an Straßenrändern gefördert werden. Außer dem Salzschwaden zählen dazu auch die Salz-Schuppenmiere  und der Krähenfuß-Wegerich, der früher in Sachsen- Anhalt nur noch bei Salzwedel vorkam.
Beim Aufstieg zum Pionierweg starteten wir zunächst im „Eschen-Ahorn-Schluchtwald“. Man findet ihn in absonnigen, kühlen Lagen mit hoher Luftfeuchte. Daher ist er auch reich an Moosen und Farnen.  Charakteristisch sind Berg- aber auch Spitzahorn, die Gewöhnliche Esche, die Sommerlinde, im Unterwuchs die Haselnuss und wertbildend auch die vereinzelt vorkommende Berg- Ulme. Diese Bäume sind in hohem Maße dazu fähig, bei Beschädigung wieder auszuschlagen. In der Krautschicht waren auch Gewöhnlicher Wurmfarn, Frauenfarn und Breitblättriger Wurmfarn zu finden. Neben Fuchsschem Greiskraut ist auch das seltene Wilde Silberblatt charakteristisch für den Schluchtwald.
Das Wilde Ausdauernde Silberblatt unterscheidet sich vom Einjährigen Silberblatt, das gelegentlich aus Gärten verwildert, durch die länglich elliptischen Schötchen. Das einjährige Silberblatt bevorzugt ähnliche Standorte, hat aber eher rundliche Schötchen.
Die Zunahme des Spitz-Ahorns könnte ein Indiz für die Klimaerwärmung sein, der Berg-Ahorn erträgt kühlere Lagen.
Stickstoffanzeiger im Siedlungsraum ist die Gemeine Nelkenwurz, deren Wurzelstock einen gewürznelkenähnlichen Duft verströmt. Weitere Funde am Wegesrand waren die giftige Hundspetersilie, Krause Distel, Knotige Braunwurz und die Hain-Miere.
Beim weiteren Aufstieg im Buchenwald fielen abgestorbene Buchenstämme auf, die vom Zunderschwamm besiedelt waren. Diese Buchen-Hochstümpfe sind ein Naturwald-Indikator und  Lebensraum für zahlreiche Organismen.
Eichen-Hainbuchenwälder finden wir an wechselfeuchten- sommertrockenen  Standorten, die die sonst sehr konkurrenzfähige Buche nicht so gut toleriert. Auf unserem Weg fielen zahlreiche alte Buchen auf, die durch die trockenen Sommer seit 2003 so vorgeschädigt sind, dass sie absterben.
Allerdings sind Eichen- Hainbuchenwälder häufig durch Einfluss des Menschen entstanden, da die Buche weniger nützlich war. Aus Hainbuche wurden z.B. Haushaltsgegenstände wie Näpfe hergestellt, weil das Holz sehr hart ist. Will man Hinweise auf die normalerweise am Standort vorkommende Waldgesellschaft finden, lohnt sich der Blick auf den Nachwuchs. Auf Dauer sind nur die Bäume konkurrenzfähig, die sich unter den gegebenen Bedingungen erfolgreich fortpflanzen.
Auf den Felsen  wuchs in größeren Mengen  Tüpfelfarn, der wegen des süßlich schmeckenden Wurzelstocks auch Engelsüß genannt. Ein weiterer interessanter Fund war der seltene Nördliche Streifenfarn.  Die Felsen waren teils dicht von Flechten überzogen u.a. von der Falschen Schwefelflechte.
Nach einer Rast an der Kapelle über dem Selketal ging es weiter in den  lichten Färberginster-Eichenwald, der auf flachgründigen, trockenen Standorten wächst. Der Boden war häufig von Zwergsträuchern wie Calluna-Heide und Heidelbeere bedeckt. Auch die Große Fetthenne, das Savoyer- Habichtskraut  und das Nickende Leimkraut wuchsen auf den Felsen und am Wegesrand. Bemerkenswert ist eine hier vorkommende Mauersegler-Population, die nicht nur an Felsen sondern auch in Baumhöhlen brütet.
In einem Kühleren Erosionstal tauchte dann wieder die Buche auf, die kurz darauf wieder von Eichenmischwald abgelöst wurde. Die Vielblütige Weißwurz und das Wald- Labkraut waren hier zu finden. Nach einem weiteren kurzen Stop am Luisentempel führte der Weg zurück auch an Schlagfluren vorbei, die mit Wald- Greiskraut, Fingerhut Schmalblättrigem Weidenröschen und Holunder bewachsen waren.
Auf diesem letzten Stück des Weges standen auch Douglasien, von denen man sich eine höhere Widerstandsfähigkeit unter den Bedingungen des Klimawandels erhofft.

Text und Fotos: Anke Schulze